Bericht zum UVP-Scoping-Workshop
Geologische Speicherung von Kohlendioxid in der deutschen Nordsee – Mögliche Elemente einer Umweltverträglichkeitsprüfung für CCS-Projekte
Mai 2026
Im Rahmen des GEOSTOR-Projekts wird untersucht, ob und unter welchen Bedingungen CO₂ sicher und unter hohen Umweltstandards unter der deutschen Nordsee gespeichert werden könnte. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeiten ist die frühzeitige Auseinandersetzung mit möglichen Umweltauswirkungen einer CO₂-Speicherung. Zu diesem Thema hat das GEOSTOR-Team im November 2025 einen interdisziplinären UVP-Scoping-Workshop am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Beratungen sind heute als Workshop-Bericht veröffentlicht wurden.
Der Workshop brachte Vertreter:innen aus Behörden, Wissenschaft, Industrie, Umweltverbänden sowie den Projektbeiräten zusammen, um potenzielle Umweltauswirkungen einer CO₂-Speicherung im GEOSTOR-Gebiet A zu identifizieren, zu bewerten und hinsichtlich ihrer Relevanz für eine spätere Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu priorisieren. Hintergrund sind die Anforderungen des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpTG) und des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG), nach denen die Errichtung und der Betrieb eines Kohlendioxidspeichers einer UVP bedürfen.
Im Rahmen des Workshops wurden zunächst der rechtliche Rahmen für UVP-Verfahren in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) sowie der aktuelle Forschungsstand zu möglichen Umweltauswirkungen der CO₂-Speicherung vorgestellt. In anschließenden Gruppenarbeitsphasen bewerteten die Teilnehmenden mögliche Ereignisse und Auswirkungen anhand der Kriterien Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadensausmaß und Unsicherheit. Darüber hinaus wurden diejenigen Aspekte identifiziert, die in einer späteren UVP mit besonderer Detailtiefe betrachtet werden sollten.
Die Diskussionen machten deutlich, dass die Umweltverträglichkeit einer CO₂-Speicherung nach gegenwärtigem Kenntnisstand grundsätzlich gewährleistet werden könnte, sofern geeignete Standorte ausgewählt, bestehende Regulierungen konsequent umgesetzt und Erfahrungen aus anderen Offshore-Bereichen berücksichtigt werden. Gleichzeitig wurde betont, dass die Bewertungen vorläufig sind und mit fortschreitender Forschung weiter überprüft werden müssen.
Die Ergebnisse des Workshops fließen in eine UVP-Scoping-Studie ein, die im Rahmen von GEOSTOR bis spätestens Juli 2027 erstellt werden soll. Ziel ist es, eine wissenschaftsbasierte Grundlage für die Festlegung des Untersuchungsrahmens einer späteren Umweltverträglichkeitsprüfung zu erarbeiten.






